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08.09.2010 Empfehlen über: Twitter   Facebook   StudiVZ   MySpace

[Ressort: Ratgeber]
Wühltischwelpen? Nein, Danke!

Demo gegen den gewerblichen Welpenhandel. Gemeinsame Aktion der Tierschutzvereine TASSO, bmt und ETN.

Dorsten (Profact) - Rund 200 Tierfreunde haben am vergangenen Wochenende in Dorsten unter dem Motto "Wühltischwelpen? Nein, Danke!" gegen den gewerblichen Welpenhandel demonstriert. Initiiert wurde die Demonstration vom Tierschutzverein TASSO e.V, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) und dem Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), die gemeinsam das Jahr 2010 zum "Jahr gegen den unseriösen Welpenhandel" ausgerufen haben. Ziel der Aktion war das "Welpenkaufhaus" im Dorstener Stadtteil Ulfkotte, dessen Besitzer sich schon seit vielen Jahren im Fokus tierschützerischer und behördlicher Aktivitäten befindet. "Wir wollen mit dieser Demo ein weiteres Zeichen gegen den profitorientierten Handel mit Welpen setzen", so Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, gegenüber Medien.

Petra Zipp, stellvertretende Bundesvorsitzende des bmt, verwies auf die zu "Gebärmaschinen" degradierten Hündinnen, die überwiegend in Osteuropa unter "absolut tierschutzwidrigen Bedingungen kontinuierlich Welpen produzieren müssen". Schon im Alter von drei bis vier Wochen würden die jungen Hundebabys den Müttern entrissen, oft mit gefälschten Papieren versehen und für weniger als 50 Euro hiesigen Händler übergeben. Nach stundenlangen Transporten, dank offener Grenzen ohne jegliche Kontrollen, landeten die Welpen schließlich bei deutschen Anbietern - die sie für etwa die Hälfte des marktüblichen Preises anbieten.

"Gewinnspannen von bis zu 1000 Prozent sind keine Ausnahme, sondern die Regel", so Dieter Ernst, Geschäftsführer des ETN. "Dieser Profit lockt natürlich skrupellose Geschäftemacher an, die leider nach wie vor Käufer finden, für die offenbar nur eines gelte: Hauptsache, billig!"

Dass ein großer Teil der Schnäppchen-Welpen schon nach wenigen Wochen schwer erkrankt und viele die Strapazen nicht überleben, sei den Kunden beim Kauf gar nicht bewusst: "Dabei genügt ein Blick auf die Homepage des Welpenhändlers hier in Dorsten", meint Petra Zipp. "Da steht wörtlich: Frisch eingetroffen! Als ob es sich um Bananen und nicht um lebende Tiere handelt. Und was mit den immer älter werdenden Welpen passiert, die mangels Nachfrage nicht gekauft werden, kann sich wohl jeder ausrechnen ..."

Ziel der drei Tierschutzvereine ist einerseits die erhebliche Drosselung der Nachfrage nach "Billigwelpen" - McCreight: "Das funktioniert nur durch Aufklärung" -, andererseits ein generelles Verbot des gewerblichen Welpenhandels. Dazu soll im Rahmen der gemeinsamen Kampagne "Wühltischwelpen? Nein, Danke!" eine Petition "auf höchster Ebene" eingereicht werden. "Unsere Tierheime sind voll von Hunden", meinte Dieter Ernst. "Hier findet sich bestimmt ein dankbares und vor allem gesundes Tier Und wer unbedingt einen reinrassigen Welpen haben will, kann sich ja an einen seriösen Züchter wenden. Unterm Strich kommt das immer noch preiswerter."

Über TASSO e.V.:

TASSO e.V. gehört zu den führenden Tierschutzorganisationen in Europa und arbeitet in Deutschland mit allen Tierschutzvereinen und mit 97 Prozent der deutschen Tierärzte zusammen. Der Verein unterstützt regelmäßig Tierheime unter anderem bei kostenaufwändigen Projekten und setzt sich mit Rat und Tat für alle Belange des Tierschutzes ein. Zu den wichtigsten Aufgaben von TASSO gehört seit über 26 Jahren das Registrieren und Rückvermitteln von Haustieren. Durch die Kombination modernster Computer- und Telekommunikationstechnik, der größten Datenbank für Haustiere in Europa (insgesamt über 4,6 Millionen Tiere), einem engmaschigen, weltweiten Informationsnetz und die Anbindung an PETMAXX.com, die internationale Meta-Suchmaschine für Transponder, werden jährlich mehr als 50.000 Tiere an ihre Besitzer zurückvermittelt. Trotz der umfassenden, an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr zur Verfügung stehenden Leistungen arbeitet TASSO ohne jegliche Kosten für Tierbesitzer, Tierheime und Tierärzte. Das verdankt TASSO allein den Spenden großzügiger Tierfreunde, aus denen sich der Verein finanziert.



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