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[Ressort: Ratgeber]
TASSO warnt vor kostenpflichtiger Online-Tierregistrierung
Mit der Angst von Hunde- und Katzenbesitzern vor dem Verlust ihrer Lieblinge wollen findige Web-Programmierer Kasse machen.
Hattersheim (Profact) - Das Geschäftsprinzip ist so einfach wie genial: Befestigt man an leicht verlierbaren Gegenständen wie Hauschlüssel, Schirme, Feuerzeuge oder kleine Fotoapparate eine Erkennungsmarke mit Web-Adresse und Identifikationsnummer, kann der Finder über das Internet indirekt Kontakt mit dem Besitzer aufnehmen und den Fund melden. Vorausgesetzt, der Gegenstand wurde vorher bei dem jeweiligen Online-Service registriert. Solche Web-Dienste gibt es seit langem, einige laufen recht erfolgreich. Nicht zuletzt deshalb, weil das Geldverdienen quasi automatisch erfolgt: Von der Registrierung über die Zusendung der Rechnung und der Annahme einer Fundmeldung bis hin zur E-Mail-Benachrichtigung des Besitzers erledigt eine Software die Arbeit. Der Inhaber des Services muss sich nur noch um die Kontoauszüge kümmern. Nun haben auch vermeintlich Tierschützer diese "Gelddruckmaschinen" für sich entdeckt. Sie bieten kostenpflichtige Dienste an, bei denen nicht Schlüssel oder Schirme mit Anhängern gekennzeichnet werden sollen, sondern Hunde und Katzen.
Für Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V., eine fatale Entwicklung: "Es geht hier nicht um tote Gegenstände, die sich zur Not wiederbeschaffen lassen, es geht hier um Lebewesen. Der Tierbesitzer muss sich jederzeit darauf verlassen können, dass die Rückvermittlung klappt. Ein fehleranfälliger Web-Server kann diese Aufgabe niemals bewältigen, denn dazu sind Gespräche beispielsweise mit Findern, Tierheimen oder Tierärzten notwendig." McCreight verweist in diesem Zusammenhang auf seine 50 Mitarbeiter, die eine persönliche Betreuung der registrierten Tierbesitzer rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr sicherstellen.
Den Tierschützer aus dem hessischen Hattersheim ärgert nicht nur die Tatsache, dass einige dieser Services bis zu 60 Euro "Registriergebühr" kassieren und als materielle Gegenleistung lediglich einen mehr oder weniger attraktiven Anhänger liefern; oft wird als Verkaufsargument auch das Chippen des Haustiers mit einem Transponder verteufelt. Dieser soll angeblich Allergien oder sogar Krebsgeschwulste auslösen. "Die elektronische Kennzeichnung von Hunden, Katzen und Frettchen ist in allen EU-Ländern für den Grenzübertritt bereits gesetzlich vorgeschrieben", erklärt McCreight. "Ab 2011 soll sie generell gelten." Ein Transponder sei zudem erst dann aktiv, wenn ein Lesegerät in seine Nähe kommt. "Ansonsten verhält er sich völlig passiv und ruft keinerlei Irritationen hervor."
Der TASSO-Chef rät: Ohne Registrierung ist ein Transponder sinnlos. Doch statt sein Tier bei kostenpflichtigen Web-Diensten registrieren zu lassen, deren weitere Existenz ohnehin fraglich ist, sollte man es besser direkt bei TASSO anmelden - ohne jegliche Kosten. Dieser Verein existiert seit mehr als 25 Jahren, er unterhält mit 3,5 Millionen Tieren die größte Haustierdatenbank Europas. Die Registrierung gibt es ebenso zum Nulltarif wie die SOS-Halsbandplakette. Auch alle anderen Leistungen bis hin zur Rückvermittlung des vermissten Tieres erfolgen ohne jegliche Zahlung.
Über TASSO e.V.:
TASSO e.V. hat es sich vor mittlerweile 25 Jahren zur Aufgabe gemacht, durch Registrieren und Rückvermitteln Tieren und ihren Besitzern gleichermaßen zu helfen. Durch die Kombination modernster Computer- und Telekommunikationstechnik, der größten Datenbank für Haustiere in Europa (über 3,5 Millionen Tiere) und einem engmaschigen, weltweiten Informationsnetz werden jährlich mehr als 40.000 Tiere an ihre Besitzer zurückvermittelt. Trotz der umfassenden Service-Leistungen arbeitet TASSO ohne jegliche Kosten für die Tierbesitzer. Das verdankt TASSO allein den Spenden großzügiger Tierfreunde, aus denen sich der Verein finanziert. TASSO widmet sich außerdem weiteren Tierschutzaufgaben, beispielsweise in der Aufklärung. Überdies unterstützt der Verein regelmäßig Tierheime unter anderem bei kostenaufwändigen Projekten.
Zu den Leistungen gehören:
- 24/7-Notruf (an jedem Tag im Jahr, rund um die Uhr) - Erstellung farbiger Such-Plakate für verlorene Haustiere - Bildsuchmeldungen im Internet für vermisste Tiere - E-Mail-Suchservice, um Verlustmeldungen weit zu streuen - SMS-Suchservice - Automatische Information von Tierärzten und Tierschutzvereinen über verlorene Tiere - Weltweite Transponder-Abfrage per Internet - Anbindung an PETMAXX.com, die internationale Meta-Suchmaschine für Transponder
TASSO arbeitet mit allen Tierschutzvereinen in Deutschland und mit 97 Prozent der deutschen Tierärzte zusammen. Sämtliche Leistungen werden von TASSO kostenlos erbracht.
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