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08.09.2010 Empfehlen über: Twitter   Facebook   StudiVZ   MySpace

[Ressort: Ratgeber]
Tierschutz: Chip muss sein

Zwei Drittel aller Hunde und Katzen in Deutschland sind noch "ohne" unterwegs: Ohne Transponder-Chip nämlich, der das Tier eindeutig seinem Besitzer zuordnen lässt.

Hattersheim (Profact) - Einen Hund oder eine Katze ohne Transponder-Chip auf die Straße lassen - für diesen Leichtsinn hat Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. kein Verständnis: "Läuft der Vierbeiner weg und kommt nicht von allein zurück, wird man ihn wohl nicht mehr wiedersehen." Tausende von Hunden und Katzen warten in deutschen Tierheimen als Fundtiere sehnsüchtig auf ihre Besitzer, schildert McCreight die Situation. Niemand wisse, wem die Tiere gehörten, da man sie nicht identifizieren könne. "Dabei ist das ‚Chippen' nur ein minimaler Eingriff", so der Tierschützer weiter. "Der Tierarzt platziert den etwa reiskorngroßen Transponder-Chip mit einer Spezialkanüle ins Bindegewebe an der linken Halsseite. Davon merkt das Tier so gut wie gar nichts." Jeder Chip besitzt eine einmalige Seriennummer, die mit einem Lesegerät abgefragt werden kann. "Dieser Code muss natürlich mit den Daten des Tierbesitzers verknüpft werden", erklärt McCreight. "Dazu schickt man TASSO einfach einen Brief, ein Fax oder gibt die Chipnummer sowie seine Personalien online ein. Das entsprechende Formular haben viele Tierärzte, im Internet ist es unter www.tasso.net zu finden." Die Registrierung sei selbstverständlich ebenso kostenlos wie das Rückvermitteln des Tieres bei Verlust.

Was McCreight sehr oft in Staunen versetzt, ist die Unkenntnis vieler Tierbesitzer in Sachen Transponder-Chip: "Die Skala der Märchen reicht vom ständig Strahlen aussendenden Chip bis zum Verursacher von Geschwülsten. Außerdem glauben etliche Menschen, dass der Transponder die Daten des Tierbesitzers enthält. Nichts davon ist wahr." Wie der Leiter von TASSO erklärt, bestehe der Transponder aus einer winzigen Spule und einem mikroskopisch kleinen Sender. Der aber erst dann aktiv werde, wenn ihn ein Lesegerät über die Spule mit Energie versorge. "Ohne Lesegerät verhält sich der Transponder absolut regungslos. Und da er aus einem gewebefreundlichen Material besteht, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Tier so gut wie ausgeschlossen."

So funktioniert die Transponder-Abfrage:

Das Lesegerät (1) sendet sehr schwache Radiowellen aus (gelb), die durch die Spule im Transponder (2) in Strom umgewandelt werden, und zwar durch die so genannte Induktion. Dieser Strom versorgt den Sender im Transponder, der daraufhin seinen Zahlencode ausstrahlt (grün). Das Lesegerät empfängt den Code und zeigt ihn auf dem Display an (3). Die 15-stellige Zahl besteht aus der Länderkennzeichnung (276 für Deutschland) und der Seriennummer.

Über TASSO e.V.:

TASSO e.V. hat es sich vor mittlerweile 25 Jahren zur Aufgabe gemacht, durch Registrieren und Rückvermitteln Tieren und ihren Besitzern gleichermaßen zu helfen. Durch die Kombination modernster Computer- und Telekommunikationstechnik, der größten Datenbank für Haustiere in Europa (über 3,5 Millionen Tiere) und einem engmaschigen, weltweiten Informationsnetz werden jährlich mehr als 40.000 Tiere an ihre Besitzer zurückvermittelt. Trotz der umfassenden Service-Leistungen arbeitet TASSO ohne jegliche Kosten für die Tierbesitzer. Das verdankt TASSO allein den Spenden großzügiger Tierfreunde, aus denen sich der Verein finanziert.

Zu den Leistungen gehören:

- 24/7-Notruf (an jedem Tag im Jahr, rund um die Uhr)
- Erstellung farbiger Such-Plakate für verlorene Haustiere
- Bildsuchmeldungen im Internet für vermisste Tiere
- E-Mail-Suchservice, um Verlustmeldungen weit zu streuen
- SMS-Suchservice
- Automatische Information von Tierärzten und Tierschutzvereinen über verlorene Tiere
- Weltweite Transponder-Abfrage per Internet
- Anbindung an PETMAXX.com, die internationale Meta-Suchmaschine für Transponder

TASSO arbeitet mit allen Tierschutzvereinen in Deutschland und mit 97 Prozent der deutschen Tierärzte zusammen. Neben Registrierung und Rückvermittlung von Haustieren widmet sich der Verein auch anderen Tierschutzaufgaben, beispielsweise im Bereich der Aufklärung. Sämtliche Leistungen werden von TASSO kostenlos erbracht.



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